Immobilienfinanzierung geplatzt – Baufinanzierung kann nicht bedient werden

In den meisten Fällen schaffen es Kreditnehmer, ein aufgenommenes Immobiliendarlehen im Laufe der Jahre ordnungsgemäß zu tilgen. Da es sich bei der Immobilienfinanzierung allerdings um eine sehr umfangreiche Finanzierungsform handelt, die nicht selten Darlehen über 100.000 Euro und mehr beinhaltet, kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass die Baufinanzierung „platzt“. Gemeint ist damit, dass der Kreditnehmer nicht mehr dazu in der Lage ist, die vereinbarten Kreditraten ordnungsgemäß zu zahlen. Es gibt verschiedene Gründe, warum dies geschehen kann.

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Welche Gründe kann eine nicht erfolgreiche Immobilienfinanzierung haben?

Arbeitslosigkeit ist sicherlich der häufigste Grund, warum Kreditnehmer das aufgenommene Immobiliendarlehen nicht wie vereinbart zurückzahlen können. In diesem Fall besteht oftmals nur wenig Handlungsspielraum, es sei denn, der Darlehensnehmer findet relativ schnell wieder eine Anstellung. Zu den weiteren Gründen, warum eine Immobilienfinanzierung „platzen“ kann, gehören zum einen Scheidungen sowie zum anderen die Berufsunfähigkeit.

Der Verlust der Arbeitskraft, der sich entweder in einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit äußert, ist sicherlich ein sehr schwerwiegender Grund. In diesem Fall muss der Kreditnehmer nämlich nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft auf sein Einkommen verzichten. Es gibt jedoch zumindest gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit eine sehr gute Absicherungsmöglichkeit, nämlich die Berufsunfähigkeitsversicherung. Darüber hinaus bieten manche Banken spezielle Kreditversicherungen an, die auch das Risiko der Arbeitslosigkeit absichern.

Wie reagieren die Banken auf Zahlungsprobleme?

Wer als Kreditnehmer feststellt, dass er die monatlichen Darlehensraten nicht wie gewohnt zahlen kann, sollte sich möglichst schnell mit seiner Bank in Verbindung setzen. Es ist definitiv nicht zu empfehlen, die Raten stillschweigend nicht mehr zu zahlen, zumal der Kreditgeber dies ohnehin bemerken würde. Stattdessen ist es wesentlich besser, das offene Gespräch zu suchen und gemeinsam mit der Bank eine Lösung zu finden. Ein Ausweg ist beispielsweise oftmals die vorübergehende Aussetzung der Raten, der viele Banken unter bestimmten Voraussetzungen zustimmen.

Alternativ kann auch die Ratenreduzierung vereinbart werden, was bereits vielen Darlehensnehmern helfen kann, die Immobilienfinanzierung zu stabilisieren. Sollte allerdings absehbar sein, dass der Kreditnehmer die vereinbarten Darlehensraten dauerhaft nicht zahlen kann, bleibt häufig nur die Zwangsversteigerung der finanzierten Immobilie als letzter Ausweg. Aufgrund des eingetragenen Grundpfandrechtes hat das Kreditinstitut bei Zahlungsproblemen jederzeit die Möglichkeit, die Versteigerung der Immobilie anzuordnen. Aus dem Erlös kann der Kreditgeber seine Forderungen begleichen, sodass der Kreditnehmer in zahlreichen Fällen zumindest schuldenfrei ist.

Worauf sollte man als Kreditnehmer achten?

In vielen Fällen müsste es nicht zum „Platzen“ der Immobilienfinanzierung kommen, wenn sich der jeweilige Kreditnehmer richtig verhalten würde. Zunächst einmal ist es wichtig, bei auftretenden Zahlungsproblemen sofort Kontakt mit dem Kreditgeber aufzunehmen. Relativ häufig lässt sich nämlich eine Lösung finden, vor allem dann, wenn es sich nur um vorübergehende Liquiditätsprobleme handelt. Zahlreiche Banken sind in diesem Fall dazu bereit, die Darlehensraten vorübergehend auszusetzen oder deren Höhe zu verringern.

Darüber hinaus sollte der Kreditnehmer versuchen, seine anderweitigen Ausgaben einzuschränken. Gelingt dies, ist es in nicht wenigen Fällen möglich, die vereinbarte Darlehensrate auch weiterhin zu zahlen. Es gibt also durchaus einige Maßnahmen, mit denen Darlehensnehmer verhindern können, dass die gesamte Baufinanzierung scheitert. Ferner ist es natürlich genauso wichtig, die Höhe der Rate vorausschauend festzulegen. Das bedeutet, dass zwischen frei verfügbarem Einkommen und Darlehensrate stets ein gewisser Puffer sein sollte. So führen eventuelle Liquiditätsengpässe nicht sofort dazu, dass die Kreditrate nicht mehr gezahlt werden kann.

Fazit zur „notleidenden“ Immobilienfinanzierung

In der Praxis kann es durchaus dazu kommen, dass eine vorher stabile Baufinanzierung auf wackeligen Beinen steht. Meistens hat dies nachvollziehbare Gründe, wie zum Beispiel eine längere Erkrankung oder vorübergehende Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers. Oftmals ist es jedoch möglich, bei rechtzeitiger Konversation mit der kreditgebenden Bank zu verhindern, dass die gesamte Immobilienfinanzierung „platzt“. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass der Darlehensnehmer möglichst frühzeitig Kontakt zum Kreditgeber sucht, denn dann kann häufig eine Lösung gefunden werden. Um die Gefahr einer sogenannten notleidenden Immobilienfinanzierung zu verringern, ist es bereits im Vorhinein wichtig, eine gut tragbare Darlehensrate zu wählen. Wird hier etwas Luft zum frei verfügbaren Einkommen gelassen, ist es häufig selbst bei vorübergehendem Liquiditätsengpass zu vermeiden, dass die Kreditrate nicht mehr ordnungsgemäß gezahlt werden kann.